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18. November 202424 Min. LesezeitAutomatisierung

Prozessautomatisierung für KMU: 10 Workflows, die sofort Zeit sparen

Repetitive Aufgaben kosten Sie und Ihr Team jeden Tag wertvolle Stunden – Zeit, die für strategische Arbeit, Kundenbetreuung oder die Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten fehlt. Die gute Nachricht ist: Viele dieser zeitraubenden Routineaufgaben lassen sich heute automatisieren, und zwar ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse. Moderne No-Code- und Low-Code-Plattformen haben die Automatisierung demokratisiert und machen sie auch für kleine und mittlere Unternehmen zugänglich und erschwinglich. In diesem umfassenden Leitfaden stellen wir Ihnen zehn Automatisierungen vor, die Sie noch heute implementieren können, um sofort messbar Zeit zu sparen.

Warum Automatisierung gerade jetzt entscheidend ist

In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel nahezu jede Branche betrifft und der Wettbewerbsdruck kontinuierlich steigt, müssen kleine und mittlere Unternehmen effizienter arbeiten als je zuvor. Jede Minute, die ein Mitarbeiter mit dem manuellen Kopieren von Daten zwischen Systemen verbringt, mit dem Versenden von Standard-E-Mails oder mit der Erstellung routinemäßiger Berichte, ist eine Minute, die nicht für wertschöpfende Arbeit zur Verfügung steht. Automatisierung ist nicht länger ein Luxus für Großunternehmen mit eigenen IT-Abteilungen – sie ist zur Notwendigkeit für jedes Unternehmen geworden, das wettbewerbsfähig bleiben möchte.

Die Revolution der Automatisierungstechnologie in den letzten Jahren hat die Einstiegshürden drastisch gesenkt. Moderne No-Code-Plattformen wie Zapier, Make (früher Integromat), n8n oder Microsoft Power Automate ermöglichen es auch technisch weniger versierten Mitarbeitern, komplexe Automatisierungen zu erstellen. Statt Wochen der Entwicklung und tausende Euro für Custom-Software auszugeben, können Sie heute in wenigen Stunden Workflows aufsetzen, die sich sofort bezahlt machen. Die Investition in Automatisierung ist damit nicht mehr eine Frage des Budgets, sondern eine Frage der Prioritäten.

Neben der reinen Zeitersparnis bietet Automatisierung weitere, oft unterschätzte Vorteile. Automatisierte Prozesse sind konsistent und fehlerfrei – sie vergessen keine Schritte, machen keine Tippfehler und arbeiten rund um die Uhr. Die gewonnene Zeit ermöglicht es Ihren Mitarbeitern, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die menschliche Kreativität, Empathie und Urteilsvermögen erfordern. Und nicht zuletzt verbessert Automatisierung oft auch das Kundenerlebnis, etwa durch schnellere Reaktionszeiten oder konsistentere Kommunikation.

1. Lead-Benachrichtigungen in Echtzeit

Einer der kritischsten Momente in der Kundengewinnung ist der Zeitpunkt, an dem ein potenzieller Kunde Interesse zeigt. Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Kontaktaufnahme in den ersten fünf Minuten nach einer Anfrage um ein Vielfaches höher ist als nach einer Stunde. Dennoch landen Leads aus Kontaktformularen oft stundenlang unbeachtet in E-Mail-Postfächern, während der Interessent längst zur Konkurrenz weitergezogen ist.

Die Lösung ist eine automatisierte Echtzeit-Benachrichtigung. Sobald jemand ein Formular auf Ihrer Website ausfüllt, wird der zuständige Mitarbeiter sofort per Slack-Nachricht, SMS oder Push-Notification informiert. Gleichzeitig kann der Lead automatisch in Ihrem CRM-System angelegt werden, komplett mit allen erfassten Informationen. Bei komplexeren Setups können Leads sogar automatisch kategorisiert und dem richtigen Teammitglied zugewiesen werden, basierend auf Kriterien wie Unternehmensbranche, Unternehmensgröße oder angegebenem Interesse.

Die technische Umsetzung ist denkbar einfach. Mit Zapier oder Make erstellen Sie eine Verbindung zwischen Ihrem Formular-Tool (sei es das native Kontaktformular Ihrer Website, Typeform, Google Forms oder ein anderer Anbieter) und Ihren Kommunikations- und CRM-Systemen. Ein typischer Workflow könnte so aussehen: Formular-Einsendung → Slack-Nachricht an den Vertrieb mit allen Details → Eintrag im CRM (HubSpot, Pipedrive, Salesforce) → Bestätigungs-E-Mail an den Lead. Die Zeitersparnis beträgt typischerweise 30 Minuten pro Tag allein durch den Wegfall manueller Dateneingabe – hinzu kommen die Umsatzsteigerungen durch schnellere Reaktionszeiten.

2. Automatische Rechnungsstellung

Die Rechnungsstellung ist für viele Unternehmen ein zeitaufwändiger Prozess, der zudem fehleranfällig ist. Rechnungen müssen mit den richtigen Daten erstellt, geprüft, versendet und nachverfolgt werden. Bei Unternehmen mit vielen kleinen Aufträgen oder wiederkehrenden Leistungen kann dies schnell Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Gleichzeitig führen Verzögerungen bei der Rechnungsstellung zu verzögerten Zahlungseingängen und Cashflow-Problemen.

Eine automatisierte Rechnungsstellung kann diesen Prozess grundlegend verändern. Der Trigger kann je nach Geschäftsmodell unterschiedlich sein: Bei Projektarbeit könnte es der Abschluss eines Projekts oder Meilensteins sein, bei E-Commerce die Auftragsbestätigung, bei wiederkehrenden Leistungen ein bestimmtes Datum. Sobald der Trigger ausgelöst wird, erstellt das System automatisch eine Rechnung mit allen relevanten Daten, generiert ein PDF und versendet es per E-Mail an den Kunden. Optional können Zahlungserinnerungen bei Fälligkeit oder Überschreitung automatisch folgen.

Für die Umsetzung eignen sich Buchhaltungslösungen wie Lexoffice oder sevDesk, die native Automatisierungsfunktionen bieten und sich zusätzlich über APIs oder Plattformen wie Zapier mit anderen Systemen verbinden lassen. Ein typischer Workflow verbindet Ihr Projektmanagement- oder Shop-System mit der Buchhaltungssoftware: Projektabschluss in Asana → Rechnungserstellung in Lexoffice → PDF-Versand per E-Mail → Eintrag in der Buchhaltung. Die Zeitersparnis liegt typischerweise bei zwei bis drei Stunden pro Woche, wobei auch die Fehlerrate bei Rechnungen signifikant sinkt.

3. Onboarding neuer Kunden

Der erste Eindruck zählt – und nirgends ist das wichtiger als beim Onboarding neuer Kunden. Ein reibungsloser, professioneller Onboarding-Prozess setzt den Ton für die gesamte Geschäftsbeziehung. Gleichzeitig besteht das Onboarding häufig aus einer Reihe standardisierter Schritte: Willkommens-E-Mails versenden, Zugänge einrichten, Dokumente teilen, Erstgespräche planen. All das manuell zu koordinieren ist zeitaufwändig und fehleranfällig.

Ein automatisierter Onboarding-Workflow nimmt Ihnen diese Routinearbeit ab und stellt sicher, dass kein Schritt vergessen wird. Sobald ein neuer Kunde im System angelegt wird (etwa durch Vertragsunterzeichnung oder Zahlungseingang), startet automatisch eine Sequenz: Eine personalisierte Willkommens-E-Mail wird versendet, die den Kunden begrüßt und die nächsten Schritte erklärt. Zugangsdaten für relevante Systeme werden automatisch generiert und mitgeteilt. Ein Onboarding-Dokument oder -Video wird geteilt. Ein Kalendereintrag für das Kick-off-Gespräch wird vorgeschlagen, idealerweise mit einem Self-Service-Buchungslink.

Die Kombination aus CRM-System, E-Mail-Marketing-Tool und Terminbuchungslösung wie Calendly ermöglicht die Umsetzung ohne große technische Hürden. Ein beispielhafter Workflow: Neuer Deal 'gewonnen' in HubSpot → Willkommens-E-Mail-Sequenz in Mailchimp starten → Projektordner in Google Drive erstellen → Calendly-Link für Onboarding-Call senden → Aufgabe in Asana für Account Manager erstellen. Die Zeitersparnis beträgt typischerweise ein bis zwei Stunden pro neuem Kunden, wobei die verbesserte Kundenerfahrung durch ein konsistentes, professionelles Onboarding schwer in Zahlen zu fassen, aber strategisch wertvoll ist.

4. Social Media Scheduling und Publishing

Eine konsistente Social-Media-Präsenz ist für die meisten Unternehmen heute unverzichtbar, doch die tägliche Erstellung und Veröffentlichung von Inhalten auf mehreren Plattformen kann schnell zur Vollzeitbeschäftigung werden. Das spontane Posten zwischen anderen Aufgaben führt oft zu inkonsistenter Präsenz, verpassten optimalen Posting-Zeiten und unkoordinierten Inhalten. Automatisierung kann hier den entscheidenden Unterschied machen.

Social Media Scheduling bedeutet, Inhalte im Voraus zu planen und zum optimalen Zeitpunkt automatisch zu veröffentlichen. Statt jeden Tag spontan zu posten, können Sie beispielsweise einen halben Tag pro Woche nutzen, um den gesamten Content der kommenden Woche vorzubereiten und einzuplanen. Die Tools veröffentlichen die Beiträge dann automatisch zu den festgelegten Zeiten auf allen relevanten Plattformen. Darüber hinaus können wiederkehrende Posts – etwa wöchentliche Öffnungszeiten-Reminder oder saisonale Grüße – einmalig erstellt und für regelmäßige Veröffentlichung programmiert werden.

Spezialisierte Tools wie Buffer, Hootsuite, Later oder Sprout Social bieten umfangreiche Funktionen für Scheduling, Analytics und Team-Zusammenarbeit. Für komplexere Workflows können diese mit Zapier oder Make verbunden werden: Neuer Blog-Post veröffentlicht → Automatische Erstellung von Social-Posts mit Titel und Link → Scheduling auf LinkedIn, Twitter, Facebook → Notification an das Team. Die Zeitersparnis liegt typischerweise bei fünf bis zehn Stunden pro Woche, wobei die Qualität und Konsistenz der Social-Media-Präsenz oft zusätzlich steigt, weil durchdachte Planung spontanes, möglicherweise unbedachtes Posten ersetzt.

5. E-Mail-Marketing-Sequenzen und Automatisierungen

E-Mail-Marketing gehört nach wie vor zu den effektivsten Marketing-Kanälen, doch das manuelle Versenden von Follow-up-E-Mails ist nicht nur zeitaufwändig, sondern in der Praxis oft unmöglich – besonders bei einer wachsenden Kontaktliste. Automatisierte E-Mail-Sequenzen lösen dieses Problem und ermöglichen personalisierte, zeitgesteuerte Kommunikation mit Tausenden von Kontakten gleichzeitig.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Eine Welcome-Sequenz begrüßt neue Newsletter-Abonnenten mit einer Serie von E-Mails, die Ihre Marke vorstellen, Mehrwert bieten und schrittweise Vertrauen aufbauen. Warenkorbabbrecher-E-Mails erinnern Kunden an nicht abgeschlossene Käufe und können laut Studien 10-15% der abgebrochenen Warenkörbe retten. Post-Purchase-Sequenzen danken für den Kauf, geben Tipps zur Produktnutzung und fragen nach Bewertungen. Re-Engagement-Kampagnen aktivieren inaktive Kontakte. Jede dieser Sequenzen läuft automatisch, sobald der entsprechende Trigger ausgelöst wird.

Plattformen wie Mailchimp, Klaviyo, ActiveCampaign oder ConvertKit bieten leistungsstarke Automatisierungsfunktionen, die weit über einfaches Scheduling hinausgehen. Sie ermöglichen komplexe Verzweigungen basierend auf Nutzerverhalten, dynamische Inhalte je nach Segment und detailliertes Tracking der Ergebnisse. Eine beispielhafte Welcome-Sequenz könnte so aussehen: Tag 0 – Willkommens-E-Mail mit Download-Link für den versprochenen Lead-Magneten; Tag 2 – E-Mail mit weiterführenden Ressourcen; Tag 5 – E-Mail mit Case Study oder Kundenreferenz; Tag 8 – E-Mail mit sanftem Call-to-Action. Die Zeitersparnis beträgt fünf oder mehr Stunden pro Woche, wobei der eigentliche Wert in den höheren Conversion-Raten liegt, die durch konsistente, timing-optimierte Kommunikation erreicht werden.

6. Automatische Bewertungsanfragen

Online-Bewertungen sind für lokale Unternehmen und E-Commerce-Shops gleichermaßen kritisch. Sie beeinflussen sowohl das Google-Ranking als auch die Kaufentscheidungen potenzieller Kunden. Doch die wenigsten zufriedenen Kunden hinterlassen von sich aus Bewertungen – sie müssen freundlich darum gebeten werden. Das Problem: Diese Bitte zum richtigen Zeitpunkt und auf die richtige Weise auszusprechen, ist im Tagesgeschäft oft unmöglich.

Eine automatisierte Bewertungsanfrage löst dieses Dilemma elegant. Eine festgelegte Anzahl von Tagen nach einem Kauf, einer Projektabnahme oder einem Service-Termin erhält der Kunde automatisch eine freundliche E-Mail mit der Bitte um eine Bewertung. Der Zeitpunkt ist wichtig: zu früh, und der Kunde hatte noch keine Gelegenheit, das Produkt oder den Service zu erleben; zu spät, und die positive Erfahrung ist verblasst. Typischerweise funktionieren 5-14 Tage nach Erhalt oder Abschluss am besten, abhängig von Produkt oder Service.

Die E-Mail sollte persönlich wirken, kurz sein und direkte Links zu den gewünschten Bewertungsplattformen enthalten. Für E-Commerce-Shops bieten Plattformen wie Shopify Flow oder spezialisierte Apps wie Judge.me oder Stamped native Automatisierungen. Für Dienstleister kann die Kombination aus CRM und E-Mail-Marketing-Tool über Zapier die Lösung sein: Projekt auf 'Abgeschlossen' gesetzt → 7 Tage warten → Automatische E-Mail mit Google-Review-Link und optionaler Trustpilot-Anfrage. Die Zeitersparnis beträgt etwa eine Stunde pro Woche, doch der eigentliche Wert liegt in der signifikant höheren Anzahl von Bewertungen, die Sie erhalten werden.

7. Datenbackups und Systemsynchronisation

In den meisten Unternehmen existieren Daten in verschiedenen Systemen: CRM, Buchhaltung, Projektmanagement, E-Commerce-Plattform, Spreadsheets. Die manuelle Übertragung von Daten zwischen diesen Systemen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch eine häufige Fehlerquelle. Daten werden vergessen, falsch übertragen oder veralten, weil die Synchronisation nicht regelmäßig erfolgt. Automatisierte Datensynchronisation eliminiert diese Probleme.

Die Anwendungsfälle sind vielfältig und hängen von Ihrer spezifischen Systemlandschaft ab. Neue Kontakte aus Ihrem Shop könnten automatisch in Ihrem CRM angelegt werden, inklusive aller verfügbaren Informationen wie Kaufhistorie und Kontaktdaten. Bestellungen könnten automatisch in Ihre Buchhaltungssoftware fließen. Wichtige Daten könnten regelmäßig in Cloud-Speicher gesichert werden. Reporting-Spreadsheets könnten automatisch mit aktuellen Zahlen aus verschiedenen Quellen gefüttert werden.

Zapier und Make sind hier besonders leistungsstark, da sie Verbindungen zu Tausenden von Anwendungen bieten. Viele moderne SaaS-Anwendungen bieten auch native Integrationen untereinander. Ein praktisches Beispiel: Neue Shopify-Bestellung → Kunde in HubSpot anlegen oder aktualisieren → Bestelldaten als Zeile in Google Sheet für Reporting erfassen → Backup der wichtigsten Daten in Google Drive. Die Zeitersparnis ist variabel und hängt stark von Ihren spezifischen Prozessen ab, aber der Gewinn an Datenqualität und die Reduzierung von Fehlern sind oft wichtiger als die reine Zeitersparnis.

8. Self-Service-Terminbuchung

Die traditionelle Terminvereinbarung per E-Mail oder Telefon ist erstaunlich ineffizient. Typischerweise werden drei bis fünf E-Mails ausgetauscht, bis ein passender Termin gefunden ist: 'Wie wäre es mit Montag 14 Uhr?' – 'Da kann ich leider nicht, wie wäre Dienstag?' – 'Dienstag bin ich auf Reisen, aber Mittwoch...' Dieses Ping-Pong kostet beide Seiten Zeit und Nerven. Self-Service-Terminbuchung eliminiert diesen Reibungsverlust vollständig.

Mit Tools wie Calendly, Cal.com, Microsoft Bookings oder dem in Google Workspace integrierten Appointment Schedule können Kunden und Interessenten selbstständig freie Slots in Ihrem Kalender sehen und buchen. Sie definieren, wann Sie verfügbar sind, wie lang verschiedene Terminarten dauern, welche Pufferzeiten Sie benötigen und wie viele Termine pro Tag Sie maximal wahrnehmen möchten. Das System zeigt nur entsprechend verfügbare Zeiten an und verhindert Doppelbuchungen automatisch.

Die Funktionalität geht oft weit über das reine Buchen hinaus. Automatische Bestätigungs-E-Mails informieren beide Seiten über den gebuchten Termin. Erinnerungen reduzieren No-Shows. Kalender-Synchronisation stellt sicher, dass gebuchte Termine in Ihrem primären Kalender erscheinen. Formulare vor der Buchung können wichtige Informationen abfragen, sodass Sie vorbereitet in das Gespräch gehen. Stornierung und Umbuchung sind für den Kunden selbstständig möglich. Die Zeitersparnis beträgt typischerweise drei bis fünf Stunden pro Woche, und die verbesserte Nutzererfahrung für Ihre Kunden ist ein zusätzlicher Bonus.

9. Automatisiertes Reporting und Dashboards

Wöchentliche oder monatliche Reports manuell zusammenzustellen ist eine Aufgabe, die in vielen Unternehmen frustrierend viel Zeit verschlingt. Daten aus verschiedenen Quellen müssen exportiert, in Tabellen übertragen, aufbereitet und visualisiert werden. Bis der Report fertig ist, sind die Daten oft schon wieder veraltet. Und kaum ist er verschickt, beginnt die Arbeit am nächsten. Automatisierte Reporting-Lösungen durchbrechen diesen Teufelskreis.

Der Grundgedanke ist, die Datensammlung, -aufbereitung und -visualisierung so weit wie möglich zu automatisieren. Tools wie Google Looker Studio (früher Data Studio), Microsoft Power BI, Klipfolio oder Databox ermöglichen es, Datenquellen direkt anzubinden und Live-Dashboards zu erstellen, die sich automatisch aktualisieren. Statt Daten manuell zu kopieren, werden sie per API direkt aus den Quellsystemen gezogen. Statt Diagramme jede Woche neu zu erstellen, aktualisieren sie sich automatisch.

Für automatisierten Versand können diese Dashboard-Tools oft direkt konfiguriert werden, oder Sie nutzen Zapier für komplexere Workflows: Jeden Montag um 8 Uhr → Dashboard als PDF exportieren → Per E-Mail an definierte Empfänger senden. Alternativ können Teams direkten Zugang zu Live-Dashboards erhalten und sich selbst informieren, wann immer sie möchten. Die Zeitersparnis beträgt typischerweise zwei bis vier Stunden pro Woche, wobei der Wert aktuellerer, konsistenterer Daten oft noch wichtiger ist als die reine Zeitersparnis.

10. Intelligentes Support-Ticket-Routing

Wenn Kundenanfragen manuell gesichtet und dem richtigen Teammitglied zugewiesen werden müssen, entstehen Verzögerungen und Ineffizienzen. Anfragen landen beim falschen Ansprechpartner, werden übersehen oder bleiben in überfüllten Inboxen hängen. Automatisches Ticket-Routing löst dieses Problem, indem es eingehende Anfragen analysiert und automatisch dem richtigen Bearbeiter zuweist.

Moderne Helpdesk-Systeme wie Zendesk, Freshdesk, Help Scout oder Intercom bieten leistungsstarke Automatisierungsregeln für genau diesen Zweck. Die Routing-Logik kann auf verschiedenen Kriterien basieren: Anfragen zu bestimmten Produkten werden an die entsprechenden Spezialisten geleitet. VIP-Kunden erhalten automatisch Priorität und werden erfahrenen Support-Mitarbeitern zugewiesen. Technische Anfragen gehen an das Tech-Team, Abrechnungsfragen an die Buchhaltung. Keywords im Betreff oder Nachrichtentext können die Kategorisierung beeinflussen.

Erweiterte Setups nutzen KI für noch intelligenteres Routing. Natürliche Sprachverarbeitung analysiert den Inhalt der Anfrage und kategorisiert sie automatisch. Sentiment-Analyse erkennt frustrierte oder verärgerte Kunden und kann diese priorisieren oder an erfahrene Mitarbeiter weiterleiten. Der Workflow könnte so aussehen: Neue Support-Anfrage → Automatische Kategorisierung nach Inhalt → Priorisierung nach Kundentyp und Dringlichkeit → Zuweisung an verfügbaren Mitarbeiter mit passender Expertise → Notification an den Mitarbeiter. Die Zeitersparnis beträgt typischerweise ein bis zwei Stunden pro Tag, und die schnellere, passendere Bearbeitung von Anfragen verbessert gleichzeitig die Kundenzufriedenheit.

So starten Sie mit der Automatisierung

Der Einstieg in die Prozessautomatisierung kann überwältigend erscheinen, wenn man die vielen Möglichkeiten sieht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, klein anzufangen und schrittweise zu erweitern. Beginnen Sie mit der Identifikation repetitiver Aufgaben, die Sie oder Ihr Team regelmäßig durchführen. Ein einfaches Zeitprotokoll über eine oder zwei Wochen kann dabei Augen öffnend sein: Wo fließt die meiste Zeit in Routinearbeiten?

Priorisieren Sie die identifizierten Aufgaben nach zwei Kriterien: Wie viel Zeit würde die Automatisierung sparen? Und wie einfach ist die Automatisierung umzusetzen? Beginnen Sie mit Aufgaben, die hohe Zeitersparnis bei vergleichsweise einfacher Umsetzung versprechen – die 'Low Hanging Fruits' der Automatisierung. Ein erfolgreicher erster Workflow motiviert für weitere Schritte und baut Kompetenz auf.

Testen Sie jeden neuen Workflow gründlich, bevor Sie ihn produktiv schalten. Automatisierungen, die falsch konfiguriert sind, können mehr Schaden anrichten als sie nutzen – etwa wenn E-Mails doppelt verschickt werden oder Daten an falsche Stellen fließen. Dokumentieren Sie Ihre Automatisierungen, damit auch andere Teammitglieder sie verstehen und bei Bedarf anpassen können. Und erweitern Sie schrittweise: Mit jeder erfolgreichen Automatisierung wächst Ihr Verständnis und Ihre Fähigkeit, komplexere Workflows zu erstellen.

Fazit: Der ROI der Automatisierung

Automatisierung ist keine Zukunftsmusik mehr – sie ist eine zugängliche, erschwinglich und sofort verfügbare Realität für Unternehmen jeder Größe. Die zehn vorgestellten Workflows sind nur die Spitze des Eisbergs; mit zunehmender Erfahrung werden Sie immer mehr Möglichkeiten entdecken, Routineaufgaben an Maschinen zu delegieren. Die gesparte Zeit summiert sich schnell auf viele Stunden pro Woche – Zeit, die Sie in strategische Arbeit, Kundenbetreuung oder schlicht in eine bessere Work-Life-Balance investieren können.

Der Return on Investment der Automatisierung ist typischerweise beeindruckend. Selbst eine einfache Automatisierung, die nur eine Stunde pro Woche spart, bedeutet über 50 Stunden im Jahr. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 50 Euro entspricht das bereits 2.500 Euro Ersparnis – weit mehr als die Kosten der meisten Automatisierungstools. Komplexere Workflows mit höherer Zeitersparnis rechnen sich entsprechend schneller und deutlicher.

Beginnen Sie klein, messen Sie die Ergebnisse und bauen Sie von dort aus. Die gesparte Zeit können Sie in das investieren, was wirklich zählt: Ihr Geschäft, Ihre Kunden und Ihr Team. Die Maschinen erledigen die Routinearbeit – Sie konzentrieren sich auf das, was nur Menschen können.

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Wir analysieren Ihre bestehenden Workflows, identifizieren Automatisierungspotenziale und implementieren maßgeschneiderte Lösungen, die sich schnell bezahlt machen. Von einfachen Zapier-Workflows bis zu komplexen, integrierten Automatisierungssystemen – wir finden die richtige Lösung für Ihre Anforderungen.

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